Veteranen erwarten von der Bundeswehr Hilfe und Unterstützung bei PTBS

Bildquelle: Welt und Wissen 05.02.2020
Ein etwas älterer Zeitungsbericht vom 05.02.2020, aber immer noch so aktuell wie noch nie.
 
Am diesem Dienstag 01.06.2021 wurde der Kamerad OStGefr Sebastian Scholtysek im beisein seiner Familie, den Freunden, Kameraden und Veteranen die mit ihm in diversen Einsätzen waren ehrenvoll von seiner Kompanie 01./LogBtl 172 aus Beelitz beigesetzt. ( https://www.recondovets.de/beisetzung-des-ostgefr-sebastian-scholtysek/ ), wir als Recondo Vets MMC Germany waren vor Ort, leider vermissten wir hohe Funktionsträger aus dem BMVg.
 
Sebastian war stark an PTBS erkrankt, war in einigen Auslandeinsätzen der Bundeswehr und beendete sein eigenes Leben. Er war gefangener seiner Krankheit. Im Jahr 2020 wurde er viel zu spät wieder in die Bundeswehr eingestellt, leider müssen wir sagen zu spät, den Sebastian hat sich im April das leben genommen.
Als ehemaliger Soldat (StGefr d.R.) der Bundeswehr, als Veteran frage ich mal hier direkt:

Liebe Bundeswehr, liebes BMVg … wieviele Kameraden müssen wir noch begleiten unter die Erde zu bringen, bis endlich auch richtige und passende Hilfe und Unterstützung da vor Ort ist, wo der oder die Kameraden eingesetzt sind oder werden.
 
Ein Kamerad durchläuft einen sehr langen Weg um als Wiedereinsteller durch seine PTBS zurück zur Truppe zu gelangen, da Ihr es mittlerweile ja erkannt habt, Ihr seid in der Fürsorgepflicht.
 
Aber dann wird der Kamerad in eine Kaserne oder Truppenteil integriert und vor Ort fehlt geschultes Personal.
 
Am Dienstag sprach ich mit einem Verantwortlichen Soldaten der für PTBS geschädigte Kameraden zuständig ist, die wieder in die Truppe integriert werden sollen.
 
Eine Integration der Kameraden schaut so aus, gebt ihm einen Schreibtisch oder eine anspruchslose Tätigkeit und gut ist.
 
Nein, das ist der falsche Weg, der Kamerad brauch nicht nur die Bundesehr als Geldgeber, er brauch eine verantwortungsvolle Tätigkeit, und geschultes Personal vor Ort.
 
Einen engaschierten Vorgesetzten alleine reicht nicht aus, den selbst dieser Vorgesetzter kommt ganz schnell an seine eigenen Grenzen. Es ist nötig einen Psychologen/in in dieser Kaserne und eine Notfalltelefonnummer zu dieser Person zu haben.
 
Jetzt kommt bestimmt der sogenannte Fallmanager der Bundeswehr ins Spiel, wie bitte soll ein Kamerad der Bundeswehr in so einem kurzen Lehrgang (:-D) einen Traumatisierten Kameraden helfen ?
 
Dieser sogenannte Fallmanager wurden in Anlehnung des Bund Deutscher Einsatzveteranen e.V. abgeschaut, aber leider nur halbherzig, den die meisten Fallmanager haben beim Bund Deutscher Einsatzveteranen e.V. selbst Einsatzerfahrung oder sind Ansprechpartner Rund um die Uhr und so in der Materie drinnen das es nicht nur ein Job von 7-16 Uhr ist.
 
Ein Fallmanager der Bundeswehr bekommt einen kurzen Lehrgang und eine Telefonfibel an die Seite wo wichtige Telefonnummern stehen, liebe Kameraden der Bundeswehr das reicht nicht.
 
Ändert etwas und das ganz schnell, sonst sind wir in den nächsten Jahren noch auf vielen Beerdigungen von weiteren Veteranen.

Cowboy
Secretary A-Squad Berlin
Recondo Vets MMC Germany

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